Das Scheitern des Tech-Campus in Schaffhausen
- Das ambitionierte Projekt “Schaffhausen Institute of Technology” (SIT), später in “Constructor Institute of Technology” (CIT) umbenannt, wird in Schaffhausen nicht realisiert.
- Der Gründer, Tech-Unternehmer Serg Bell, verlegt das Vorhaben nach Bremen, Deutschland.
- In Bremen entstehen nun auf einem Campus hunderte von Appartements mit einer Investition von rund 100 Millionen Euro und bis zu 400 neue Arbeitsplätzen.
Die ursprüngliche Vision für Schaffhausen
- Geplant war ein Unicampus, der Lehre, Forschung und Start-ups in Zukunftsfeldern wie KI und Quantenforschung vereinen sollte.
- Das Ziel war, innerhalb von zehn Jahren einen Campus für 1000 Studierende und Forschende aufzubauen.
- Erste Erfolge waren sichtbar: Nobelpreisträger lehrten am Institut, Kooperationen wurden geschlossen und erste Master-Studiengänge erfolgreich abgeschlossen.
Gründe für den Rückzug aus Schaffhausen
- Fehlende Akkreditierung: Der Schweizerische Akkreditierungsrat verweigerte dem Institut die Anerkennung, unter anderem wegen Zweifeln an der internen Qualitätskontrolle und der finanziellen Nachhaltigkeit.
- Kritik des Instituts an den Behörden:
- Mangelnde Unterstützung auf kantonaler und Bundesebene.
- Anfragen an das Bildungsdepartement seien unbeantwortet geblieben.
- Es konnte keine Einigung über Grundstücke oder Gebäude für den Campus erzielt werden.
- Sichtweise der kantonalen Behörden:
- Sie bezeichnen es als “privates Projekt”, aber haben es dennoch mit Millionenbeträgen unterstützt.
- Die Behörden weisen die Kritik zurück und betonen, das Institut hätte nach der Ablehnung (nochmal?) ein Gesuch einreichen können, tat es jedoch nicht
- Weitere vermutete Gründe: Lange Verfahrenswege in Schaffhausen und fehlende Baubewilligungen dürften den als ungeduldig beschriebenen Milliardär Serg Bell ebenfalls zum Wegzuck bewegt haben.
Die Folgen und Reaktionen
- Verpasste Chance: Schaffhausen verliert eine grosse Chance auf eine Hochschulansiedlung im Bereich dern Quantenphysik und der Künstlichen Intelligenz, während Bremen profitiert.
- Zurückhaltende Politik: Die Verantwortlichen in Regierung und Wirtschaftsförderung reagieren schmallippig und defensiv auf die Kritik.
- Politische Kritik: Ein SVP-Kantonsrat kritisiert die kantonale Wirtschaftsförderung scharf, wirft ihr fehlende Strategie vor und fordert eine externe Überprüfung sowie eine strukturelle Neuerung.
- Ungewisse Zukunft des Areals: Das für den Campus vorgesehene “Geissbergareal” bleibt vorerst ungenutzt als Landreserve im Besitz der Stadt.
Ungeduldig? Serg hatte ganze 6 Jahre auf die Bewilligung gewartet.