Das weltweite Beben gegen die künstliche Intelligenz hat die Schweiz erschüttert. Genauer gesagt: einen vertrockneten Hang in Beringen SH. Die Bewegung „Aufstände der Allmende“ (AdA) blies zum grossen Halali gegen die US-Tech-Oligarchen. Wer eine epische Schlacht à la Hollywood erwartet hatte, wurde bitter enttäuscht. Es war eher ein intimes Klassentreffen der Zivilisationsmüden.
Die gigantische Zehn-Mann-Armee
Die Mobilisierungskraft der Truppe war schlicht atemberaubend: Ganze zehn Aktivisten fanden den Weg vom Bahnhof zum fotogenen Aussichtspunkt. Ihnen gegenüber stand eine schwerbewaffnete Übermacht von zwölf Journalisten. Wenn das Medienaufgebot die eigentliche Revolution zahlenmässig in den Schatten stellt, weiss man: Hier wird gerade ganz grosses Kino geboten.
Da nützt es auch nichts, wenn das Fedpol die Truppe fleissig beobachtet. Wahrscheinlich brauchten die Bundesbeamten einfach mal wieder etwas zum Lachen.
Ahnungslos im Elektronikschrott
Angeführt wurde die Mini-Rebellion von „Patrizia“ und „Laurent“. Ihr modisches Statement: Masken aus zusammengebasteltem Computerschrott. Man recycelt also den verhassten Feind, um ihn zu bekämpfen – oder so ähnlich.
Inhaltlich wurde ein globaler Gemischtwarenladen der Empörung feilgeboten:
- Der Klettgau trocknet aus: Weil das Rechenzentrum angeblich das ganze Wasser wegsäuft.
- Weltpolitik im Gemüse: AI-Infrastruktur im Klettgau hänge direkt mit dem Gaza-Konflikt zusammen.
- Die Smartphone-Beichte: Auf die schüchterne Frage eines Journalisten, ob sie denn nicht selbst Handys nutzen, gab es die klassische Ausflucht: Man sei ja nur gegen die Oligarchen, nicht gegen das Streamen an sich. Ah ja. Komfort ja, Infrastruktur nein.
Unterstützt wird das Ganze übrigens von der Schaffhauser SP-Kantonsrätin Eva Neumann. Die grösste Kritikerin des Projekts liess ausrichten, wie toll sie die Jugend findet. Das tat sie allerdings bequem aus den Ferien am Telefon. Den Kapitalismus bekämpfen – aber bitte erst nach der Hauptsaison und mit genügend Sonnenschutz.
Wer nicht mit der Zeit geht…
Als die Schweizer Polizei dann mal kurz mit Dronen vorbeischaut, ist es vorbei mit dem zapatistischen Geist von Chiapas. Die mutigen Rebellen flohen prompt über die Grenze ins deutsche Tengen. Sicher ist sicher.
Am Ende bleibt die Erkenntnis: Fortschritt lässt sich nicht mit ein paar alten Platinen vor dem Gesicht aufhalten. Die Datenmengen wachsen, die Welt digitalisiert sich, ob es den zehn Beringer Hang-Besetzern passt oder nicht.
Für die AdA-Truppe gilt das alte ökonomische Naturgesetz: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. In diesem Fall wohl erst mal zurück nach Deutschland.