Schwere Gewalttaten: Die Zahl der Verurteilungen wegen schwerer Gewaltdelikte hat sich in den letzten sieben Jahren fast verdreifacht und erreichte 2024 mit 125 Fällen einen Höchststand seit 25 Jahren.
Art der Delikte: An erster Stelle stehen schwere Körperverletzungen, die eine Spitalbehandlung der Opfer erfordern. An zweiter Stelle folgen Vergewaltigungen.
Verlässlichkeit der Daten: Die Statistik basiert auf rechtskräftigen Verurteilungen, nicht nur auf Verdachtsmomenten, und ist daher sehr aussagekräftig. Schwere Gewalttaten sind Offizialdelikte und werden daher zuverlässiger erfasst.
Gründe für die Zunahme (laut Gewaltforscher Dirk Baier):
- Sinkende Hemmschwellen bei Gewaltausübung.
- Verstärkte Akzeptanz des “Rechts des Stärkeren”.
- Zunehmende Organisation in Cliquen, die Gewalt begünstigen.
- Nachlassende normative Wirkung der Schule.
Täterprofil (Geschlecht): Schwere Jugendgewalt ist zu 96 % ein männliches Problem. Die Täter sind meist über 16 Jahre alt.
Täterprofil (Herkunft):
- Die Hälfte der verurteilten jugendlichen Gewalttäter waren Ausländer, dieser Anteil ist stabil.
- Der Anstieg der Fälle ist sowohl auf Schweizer als auch auf (mehrheitlich) Ausländer zurückzuführen.
- Ausländer sind im Vergleich zu ihrem Anteil an der jugendlichen Bevölkerung (ca. 25 %) deutlich überrepräsentiert.
Gesamteinschätzung der Jugend:
- Die Jugend als Ganzes wird nicht als “schlechter” oder “brutaler” eingestuft.
- Nur ein sehr kleiner Teil der Jugendlichen (ca. 1 von 6000) begeht eine schwere Gewalttat.
- Der Anstieg wird auf eine kleine, aber wachsende Gruppe unzureichend sozialisierter junger ausländischer Männer zurückgeführt.