Auslöser: Ein 64-jähriger Mechaniker aus Hittnau ZH soll im Februar einen 27-jährigen Betreibungsbeamten mit einer Waffe bedroht und kurzzeitig zur Mitfahrt gezwungen haben. Dem Beamten gelang die Flucht.
Verdächtiger und Szene: Der verhaftete Mann wird der Szene der radikalen Staatsverweigerer zugeordnet. Bei einer Hausdurchsuchung wurden bei ihm Waffen und Munition gefunden.
Reaktion der Behörden: Aufgrund dieses Vorfalls hat der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) die Staatsverweigerer-Szene genauer ins Visier genommen. Es wird als notwendig erachtet, die Szene ernst zu nehmen und genauer zu beobachten, da über ihre Gewaltbereitschaft in der Schweiz noch wenig bekannt ist.
Veränderung des Verdächtigen: Nachbarn beschreiben, dass der Mann sich insbesondere seit der Corona-Pandemie verändert habe, eigenbrötlerisch wurde und Verschwörungstheorien anhing. So suchte er beispielsweise in einem Wohnungsinserat explizit nur ungeimpfte Mieter.
Konflikte mit dem Staat: Seit 2020 soll der Mann keine Steuern mehr bezahlt, Betreibungen ignoriert und den Staat als illegitime Firma betrachtet haben.
Aktuelle Lage: Der Verdächtige wurde Ende Juni wieder freigelassen, woraufhin Behörden, die mit ihm zu tun hatten, gewarnt wurden. Er ist seither offenbar nicht an seinen Wohnort zurückgekehrt.
Einschätzung von Experten: Fachleute beobachten eine Tendenz zur Radikalisierung oder zum Rückzug innerhalb der Szene. Die Kommunikation mit Staatsverweigerern sei schwierig, da sie gut vernetzt seien, sich über widerständiges Verhalten austauschten und in einer eigenen Realität lebten.